Stadtnachricht

Junger Blick auf romantische und zeitgenössische Musik

Konzert im Rahmen der Dreiklangkonzertreihe im Kapuziner Rottweil

The Zurich EnsemblePhoto: Marco Borggreve
Benjamin Engeli

Roland Gassl


Das Programm beginnt mit dem Zyklus „Märchenbilder“, entstanden im Jahr 1851 durch Robert Schumann. Das Werk geht wahrscheinlich auf das vierteilige Gedicht Märchenbilder zurück, das der Berliner Dichter Louis du Rieux am 19. Februar 1851 an Schumann sandte, verbunden mit der Bitte, die Verse als Vorbild für eine „Sonate“ zu wählen. Bestehend aus vier lyrischen Charakterstücken, stellt der Zyklus eine der wenigen Originalkompositionen für die Besetzung Viola und Klavier dar. Einer der Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik war der französische Komponist Maurice Ravel. Das Konzertstück  „Miroirs“ gehört zu den Schlüsselwerken dieser Stilrichtung dessen Stücke, besonders jedoch "Une barque sur l'océan" und "Alborada del gracioso", technisch außerordentlich anspruchsvoll und von einem virtuosen Klaviersatz geprägt sind. Der Komponist nutzt das komplette technische, harmonische und klangliche Spektrum des Instruments, um in allen Stücken äußerst vielfältige und raffinierte Farbnuancen hervorzubringen. Atar Arad wurde 1945 in Israel geboren und wirkt als Bratscher, Essayist, Musikprofessor und Komponist. Roland Glassl, der bei Arad studierte, interpretiert seine 1992 entstandene Sonate für Viola solo, in der sich Arads Sehnsucht nach seiner Kindheit in Tel Aviv und der israelischen Musik der 50er Jahre wiederspiegelt. Johannes Brahms schrieb sein letztes Kammermusikwerk, die Sonate in Es-Dur op. 120 Nr. 2 1894, drei Jahre vor seinem Tod. Die Sonate ist ein heiteres und gelöst klingendes Werk. Die Reduktion auf das Wesentliche und der maßvolle, abgeklärte Stil des Stücks sind typische Merkmale des späten Werks von Brahms.
 
Roland Glassl, geboren 1972 in Bayern, gehört zu den renommiertesten Bratschern Europas. Als Gewinner zahlreicher Viola-Wettbewerbe, allen voran der Lionel Tertis Wettbewerb, ist er in der Wigmore Hall in London, der Berliner Philharmonie, dem National Center for the Performing Arts in Peking, dem Musikverein Wien und vielen anderen wichtigen Musikzentren aufgetreten. Sechzehn Jahre lang war er Mitglied des berühmten Mandelring Quartetts. Roland Glassl ist Professor für Viola an der Frankfurter Musikhochschule und hat sich auch als Pädagoge einen hervorragenden Ruf erworben. Der in Ingolstadt geborene Musiker stammt aus einer Geigenbauerfamilie und spielt auf einem Instrument seines Vaters, 2002 gebaut. Den ersten Violinunterricht erhielt er ebenso bei seinem Vater, später dann bei Gerhard Seitz in München. Von 1992 an studierte er an der Musikhochschule München bei Prof. Ana Chumachenco, wo er 1996 sein Diplom mit Auszeichnung erhielt. Schon während des Studiums hat ihn die außerordentliche Klangvielfalt der Viola fasziniert und so entschied er sich, sich ganz der Viola zu widmen. Wesentlich geprägt wurde sein Spiel durch das Studium bei Atar Arad an der Indiana University in Bloomington/USA.

Benjamin Engeli zählt zu den vielseitigsten Pianisten der jungen Generation. Er musiziert in Konzertsälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall London, der Hamer Hall Melbourne, dem Teatro Municipal Rio de Janeiro, dem Oriental Arts Center Shanghai, dem Vancouver Playhouse oder dem Konzerthaus Wien. Als Solist konzertiert er mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester Moskau oder dem Tonhalle Orchester Zürich. Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet er sich mit Begeisterung der Kammermusik: als Mitglied des Tecchler Trios gewann er 2007 den ARD-Musikwettbewerb in München. Inzwischen führt er mit dem Gershwin Piano Quartet, dem Zurich Ensemble und verschiedenen anderen Formationen eine weltweite Konzerttätigkeit. Seit 2009 ist er als Dozent für Kammermusik an der Hochschule für Musik in Basel tätig und seit 2013 leitet er eine Klavierklasse am Landeskonservatorium Vorarlberg in Feldkirch. Benjamin Engeli stammt aus einer Musikerfamilie und begann schon früh sich für die verschiedensten Instrumente zu begeistern. Er studierte zuerst Horn, konzentrierte sich aber bald auf sein Hauptinstrument Klavier und wurde dabei zu einem großen Teil von Adrian Oetiker an der Musikakademie Basel ausgebildet. Weitere Studien folgten bei Homero Francesch, Lazar Berman, Maurizio Pollini und Andràs Schiff.

Das ursprünglich geplante Konzert mit Kamilla Schatz und Benjamin Engeli musste geändert werden. Bereits erworbene Eintrittskarten sind weiterhin gültig oder können in der Tourist-Information zurückgegeben werden.

INFO:
Einzelkarten sind für 17 Euro und für Schüler und Studenten für 8,50 Euro in der Tourist- Information Rottweil, Telefon 0741/494-280, und bei allen anderen Vorverkaufsstellen der Region erhältlich. Einzelkarten an der Abendkasse kosten 19 Euro und für Schüler und Studenten 9,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Platzkarten müssen jedoch reserviert werden. Informationen zum Programm gibt es im Kulturamt der Stadt Rottweil, Telefon 0741/494-219, oder unter www.dreiklang-konzerte.de .

Konzert:
Freitag, den 28. April um 19:30 Uhr im Kapuziner in Rottweil. Das Konzert findet im Rahmen der Reihe „Dreiklang“ statt. Karten sind ab sofort erhältlich.


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