Stadtnachricht

50 Jahre Sommersprossen

Musikfestival bietet vom 25. Juni bis 16. Juli 2017 einen Reigen unterschiedlichster Konzerte

Sommersprossen 2017
In Rottweil wird dieses Jahr das 50-jährige Bestehen des Musikfestivals Sommersprossen gefeiert. Das Bild zeigt die Macher im Schwarze Tor: Oben linkes Fenster (von links): Rudi Strasser und Jutta Schwab vom Freundeskreis Sommersprossen, oben rechtes Fenster (von links): Intendant Ingo Goritzki, Kulturamtsleiter Marco Schaffert, Volksbankdirektor und Sponsor Henry Rauner, unten rechtes Fenster (von links): Christiane Frank und Annika Laufer vom Kulturamt Rottweil (Foto: Ralf Graner).

Dank der Förderung der Baden-Württemberg Stiftung und des Landes Baden-Württemberg sowie durch die Unterstützung verschiedener Sponsoren, allen voran als Hauptsponsor die Volksbank Rottweil, kann das traditionsreiche Rottweil Musikfestival Sommersprossen sein 50-jähriges Bestehen mit einem ganz besonderen und spannenden Programm feiern.
 
Das Rottweiler Klassikfestival, das als „Musiktage“ begann und seit einigen Jahren unter dem heiteren Titel „Sommersprossen“ firmiert, überzeugt seit Jahrzehnten mit spannungsreichen Programmen und Spielfreude auf höchstem Niveau. Es wird bis heute geleitet von Professor Ingo Goritzki, dem Mitbegründer und heutigen Intendanten, und vom Land als kultureller „Leuchtturm“ gefördert.
 
1967 wurde das Festival als „Rottweiler Kammerkonzerte“ von Ingo und Johannes Goritzki gegründet, die hier mit befreundeten jungen Musikern gemeinsam musizieren wollten. Die Besetzung vergrößerte sich nach und nach, viele der mitwirkenden Künstler standen am Anfang einer internationalen Karriere. 1987 übergab Johannes Goritzki die künstlerische Leitung ganz seinem Bruder Ingo Goritzki. Namhafte Komponisten aus dem Freundeskreis Ingo Goritzkis schrieben Werke für die Teilnehmer des Festivals und waren bei der Erarbeitung und Uraufführung ihrer Stücke in Rottweil anwesend. 1994 gründete sich ein Freundeskreis, der bis heute ehrenamtlich die Konzerte tatkräftig und auch finanziell unterstützt und Hand in Hand mit dem Kulturamt der Stadt das Klassikfestival stemmt. Mit den neu auflebenden kammermusikalischen Veranstaltungen wurden über die Jahre viele reizvolle Räumlichkeiten für das Konzertieren entdeckt. Neben den Rottweiler Kirchen, dem ehemaligen Kapuzinerkloster oder dem Jugendstilsaal des Rottenmünsters werden bis heute beispielsweise regelmäßig zeitgenössische Stücke in der Werkstatt des Stahlplastikers Erich Hauser aufgeführt.
 
Ingo  Goritzki (Foto: Herbert Vieth) Das Hauptprojekt im Jubiläumsjahr dreht sich um den koreanischen Komponisten Isang Yun, dessen 100. Geburtstag im Jahr 2017 von der internationalen Musikwelt gefeiert wird. Der Komponist, bis zu seinem Tod im Jahr 1995 mit Ingo Goritzki persönlich befreundet, hatte schon zum 20-jährigen Bestehen des Festivals ein Werk komponiert. Den Auftrag dazu hatte er von der Stadt Rottweil erhalten. Das „Duetto Concertante“ für Oboe, Violoncello und Streicher ist den beiden Begründern des Festivals, Ingo und Johannes Goritzki sowie der Deutschen Kammerakademie Neuss gewidmet. Die Uraufführung in Anwesenheit des Komponisten fand 1987 in Rottweil statt. In zwei Konzerten in der Werkstatt der Kunststiftung Erich Hauser sollen nun Werke Isang Yuns seinen inspiratorischen Quellen gegenübergestellt werden. Dazu reist eigens ein Ensemble der Hanyang-Universität in Seoul (Südkorea) an, welches traditionelle Musik zur Aufführung bringt. Am 29. Juni sollen orchestrale Werke Isang Yuns und als eines seiner westlichen Vorbilder eine Beethoven-Symphonie erklingen, kontrapunktiert von kurzen, charakteristischen Stücken traditioneller koreanischer Musik. Als Orchester ist hierzu die „Camerata Hanseatica“ Danzig eingeladen, die schon in früheren Jahren in Rottweil zu Gast war und die auf hohem Niveau musiziert. Am 1. Juli soll das koreanische Ensemble im Vordergrund stehen, das in farbenprächtigen Gewändern und auf traditionellen Instrumenten musizieren wird. Nur punktuell werden kurze, charakteristische Werke Isang Yuns dazwischengestreut, um die Gegenüberstellung zu verdeutlichen.
 
Die Programmgestaltung des Jubiläumsjahres besteht freilich nicht nur aus diesem Sonderprojekt. Ergänzend sind mehrere spannende Projekte geplant, die sich auf Höhepunkte der 50-jährigen Festivalgeschichte beziehen. In der Predigerkirche werden bei drei Konzerten ganz unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Als erstes wird am 4. Juli der Ausnahme-Fagottist und Vivaldi-Spezialist Sergio Azzolini seine bisherigen Konzerte in Rottweil, die stets von Spielfreude, Originalität und höchster Brillanz gekennzeichnet sind, mit einer Vivaldi-Nacht krönen. Am 9. Juli wird dort ein Projekt des seit 15 Jahren ununterbrochen und mit großem Erfolg in Rottweil auftretenden Saxophonisten und Komponisten Daniel Schnyder zu hören sein. „Logos“ heißt das zeitgenössische Oratorium, das das Lutherjahr 2017 reflektiert. Zusammen mit dem jungen Chor „Les vocalistes du conservatoire de Lausanne“ und dem Ensemble New Baroque zeigt sich Daniel Schnyder dem Publikum hier von einer ganz neuen Seite. Gefördert wird dieses Konzert von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Schließlich tritt am 16. Juli der Projektchor „vox animata“ unter Leitung von Robert Göstl in der Predigerkirche auf, der den Besuchern noch vom letzten Jahr in bester Erinnerung sein dürfte. Unter dem Titel „Aufbruch“ wird das anspruchsvolle Werk „Im Anfang“ von Günter Bialas aufgeführt, ergänzt um Sieben Meditationen zu den Schöpfungstagen für Orgel. Vorangestellt ist Johann Sebastian Bachs Partita d-moll für Violine Solo und Chorstimmen.
 
Hochkarätige Streicher- und Bläserensembles, gebildet aus Mitgliedern des Solistenkreises des Festivals, sollen die Verbindung zu den künstlerischen Wurzeln offenlegen, aus denen heraus das „Rottweil Musikfestival Sommersprossen“ sich entwickelt hat. Zur Eröffnung der Sommersprossen am 25. Juni im Sonnensaal des Kapuziners stehen unter dem Titel „Gran Partita - Mozarts große Nachtmusique“ Bläserkompositionen von Beethoven und Mozart auf dem Programm. Am 14. Juli präsentiert ein Streicherensemble im Jugendstilsaal des Rottenmünsters „Jugendliche Geniestreiche“ von Schönberg und Mendelssohn Bartholdy. Weitere kammermusikalische Besonderheiten sind zwischen die obengenannten Konzerte eingestreut. So tritt am 6. Juli Johannes Goritzki ebenfalls im Jugendstilsaal im Rahmen eines Cello-Rezitals auf, am 13. Juli wird ein Trio aus Flöte, Oboe und Klavier – „Con spirito à trois“ - sich auf Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts konzentrieren. Im ganz intimen Rahmen der Ruhe-Christi-Kirche wird der in Rottweil ebenfalls regelmäßig konzertierende Violinist Kolja Lessing am 11. Juli „Charmante  Kleinodien“, nämlich die 12 Fantasien für Violine von Georg Philipp Telemann, zu Gehör bringen.
 
Und um das Publikum von morgen im Blick zu behalten, soll nach dem Erfolg des Kinderkonzerts im letzten Jahr dieses Jahr „Peter und der Wolf“ die kleinen Konzertbesucher bei einer Sonntagsmatinee am 2. Juli in die Werkstatt der Kunststiftung Erich Hauser locken.
 
Begleitet wird das Musikfestival von einer Ausstellung „50 Jahre Sommersprossen“ mit Bildern aus fünf Jahrzehnten des Rottweiler Musikfestivals von Hartwig Ebert, die vom 23. Juni bis 28. Juli 2017 im Alten Rathaus zu sehen sein wird. Außerdem erscheint eine reich bebilderte Dokumentation von Andreas Linsenmann (Text) und Hartwig Ebert (Fotos), die im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 22. Juni um 18 Uhr im Alten Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
 
Wie gewohnt ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei; eine Platzkarte wird jedoch benötigt. Schüler und Studenten ab 18 Jahren erhalten 50 Prozent Ermäßigung. Mit dem Festivalpass für 149 Euro gibt es für alle elf Konzerte einen Platz der besten Kategorie.
 
Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist Information Rottweil, Telefon 0741/494-280, E-Mail touristinformation@rottweil.de, sowie bei der Volksbank Rottweil und den üblichen regionalen Vorverkaufsstellen und natürlich im Internet.

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