Stadtnachricht

Gebaute Macht: Römische Kastelltore und Türme

Vortrag zum Jahr der Türme in der Reihe zum 25-jährigen Bestehen des Dominikanermuseums


Der 2013 errichtete Rekonstruktionsversuch des Osttors des Kastells Pförring aus modernen Materialien

Die römische Militärarchitektur war auch in den Provinzen auf Repräsentation und Machtdemonstration ausgerichtet: Die Tore der Hilfstruppenkastelle erreichten hier Höhen bis zu 16 Meter, während Legionslager-Tore über 20 m hoch waren. Quellen dafür sind neben archäologischen Befunden, die auf die ursprünglichen Dimensionen schließen lassen, Fibeln mit Architekturdarstellung, Reliefs und Tonmodelle, aber auch lyrische Beschreibungen dichtender Soldaten an den äußersten Grenzen des Imperiums. Das beeindruckende Aussehen der Militärarchitektur in der Landschaft führte sogar zu einer regelrechten Tourismus- und Souvenir-Industrie in römischer Zeit.

In den 1980 Jahren entstanden besonders in Bayern und Baden-Württemberg zahlreiche Nachbauten römischer Militärarchitektur, beispielsweise in Welzheim, Weißenburg Pfünz oder Waldmössingen. Sie fanden Eingang in das kollektive „römische Bildgedächtnis“ der interessierten Öffentlichkeit und gelten bis heute besonders in der Tourismusindustrie als Bildikonen der römischen Vergangenheit. Die neuen Forschungen zeigen aber, dass alle diese Nachbauten aus heutiger Sicht zu niedrig sind: Auch am Rande des Imperiums wurden in der Architektur Dimensionen wie in Italien erreicht.

INFO: Der Vortrag, der zugleich zum „Jahr der Türme“ gehört, findet statt am 20. Juni um 18 Uhr. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Alle Titel und Termine auch unter www.dominikanermuseum.de.

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