Stadtnachricht

„Aufbruch"

Werke von Johann Sebastian Bach und Günter Bialas beim letzten Festival-Konzert

Sommersprossen Predigerkirche
Kolja Lessing (Violine), Sebastian Küchler-Blessing (Orgel) und der Kammerchor vox animata unter der Leitung von Robert Göstl gestalten mit der Chaconne aus der Partita d-Moll von Johann Sebastian Bach und Günter Bialas´ "Im Anfang" einen Höhepunkt des diesjährigen Jubiläums der Sommersprossen und zugleich: das Schlusskonzert (Foto Lessing: privat, Foto Küchler-Blessing: Nicole Cronauge, Foto vox animata mit Göstl: Hartwig Ebert).

Durch die großzügige Förderung der Baden-Württemberg Stiftung, durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und durch die Volksbank Rottweil als langjährigem Hauptsponsor können die Sommersprossen ihr 50-jähriges Bestehen mit einem ganz besonderen Festprogramm feiern. Konzertsponsor des Abends sind Schellhorn & Burkhardt, Rechtsanwälte und Notar in Rottweil.

Wenn man das letzte Konzert im Jubiläumsreigen des Rottweil Musikfestivals Sommersprossen als „Aufbruch" bezeichnet, will das schon eine Menge über das zu Hörende aussagen. Die Kombination aus Bach und Bialas in der barocken Predigerkirche in Rottweil verspricht da, zu einem Höhepunkt zu werden.

Sebastian Küchler-Blessing Johann Sebastian Bachs Chaconne aus der Partita d-moll BWV 1004 für Violine solo und Chorstimmen und Günter Bialas „Im Anfang" – Die Schöpfungsgeschichte für sechsstimmigen, gemischten Chor und drei Echostimmen (!) und 7 Meditationen für Orgel werden die Predigerkirche musikalisch ausfüllen und den Aufbruch, den diese Musik in sich trägt, zu einem Glanzstück und zu einem Erlebnis werden lassen.

Johann Sebastian Bachs Chaconne aus der Partita d-moll BWV 1004 ist eine Welt für sich und für einen Geiger das Maß der Dinge: Volle 256 Takte lang – für den Einzelsatz eines Solowerks monumental, alle bis dato bekannten Dimensionen sprengend. Die Chaconne besteht aus freien Variationen über einem Thema in der Bassstimme, das ununterbrochen wiederholt wird. Ein ständig um sich selbst kreisender Gedanke, den Bach eindringlich variiert. Eine Welt für sich ist die Chaconne auch hinsichtlich des lebensgeschichtlichen Hintergrundes. Bach wurde nach seiner Rückkehr aus Köthen im Jahre 1720 ganz unvorbereitet mit der Nachricht vom Tode seiner bereits beerdigten Frau Maria Barbara konfrontiert. Wenig später komponiert er die Partita für Violine solo in d-Moll, in deren Beginn der Name der Ehefrau verschlüsselt eingraviert ist.

Mit dem Chorwerk „Im Anfang" greift der 1995 verstorbene Komponist Günter Bialas die biblische Schöpfungsgeschichte auf. Bialas, der Hindemith-Verehrer, der zwischen den Avantgarden der Nachkriegszeit und der Verwurzelung in Traditionen einen eigenen Personalstil fand, folgt präzise dem Klang und Rhythmus des Sprachwerkes. Gekrönt wird das Werk durch eine hymnische „Preisung".

Es spielen Kolja Lessing (Violine) und Sebastian Küchler-Blessing (Orgel). Der Kammerchor vox animata unter der Leitung von Robert Göstl übernimmt die Chorstimmen.

Kolja  Lessing (Foto: priva) Kolja Lessings weltweite Konzert- und Aufnahmetätigkeit als Geiger und Pianist beinhaltet sowohl die Zusammenarbeit mit führenden Orchestern unter Dirigenten wie Yakov Kreizberg, Nello Santi und Lothar Zagrosek als auch verschiedenste kammermusikalische Projekte. 2008 wurde er mit dem Deutschen Kritikerpreis für Musik ausgezeichnet. In Anerkennung seines Engagements für verfemte Komponisten erhielt er 1999 den Johann-Wenzel-Stamitz-Sonderpreis und 2015 die Otto-Hirsch-Auszeichnung der Stadt Stuttgart.

Sebastian Küchler-Blessing studierte Klavier und Orgel. 2014 wurde er, im Alter von 26 Jahren, als jüngster Domorganist Deutschlands an den Hohen Dom zu Essen berufen. Außerdem hat er einen Lehrauftrag an der Robert-Schumann-Hochschule für Orgel und liturgisches Orgelspiel und Improvisation. 2011 gewann er mit dem 1. Preis der Internationalen Orgelwoche Nürnberg, 2012 mit dem Leipziger Bachpreis und dem Mendelssohn-Preis einige der bedeutendsten Auszeichnungen der Musikszene.

Der Kammerchor „vox animata" wurde 2014 vom künstlerischen Leiter Robert Göstl zusammen mit Kollegen gegründet. Die Chormitglieder kommen aus ganz Deutschland und treffen sich zu Projektphasen an unterschiedlichen Orten. Die Besetzung wird je nach Projekt gezielt zusammengestellt und variiert dementsprechend um einen festen Kern. Das Repertoire umfasst alle Bereiche und Epochen der anspruchsvollen Chormusik. „vox animata" will Verantwortung für die Wieder- und Weiterbelebung des Chorsingens übernehmen. Bereits 2016 begeisterte vox animata bei den Sommersprossen durch den ungemein klaren und bis in feinste Nuancen differenzierten Gesang.

Robert Göstl arbeite als musikalischer Leiter bei den Regensburger Domspatzen und als künstlerischer Leiter beim Deutschen Jugendkammerchor. Er erhielt mehrere Lehraufträge. Eine umfangreiche internationale Referenten- und Jurytätigkeit in den Bereichen Chorleitung, Kinderchorleitung und Stimmbildung in Europa, Lateinamerika und Asien prägte ihn. Er veröffentlichte bereits mehrere Bücher und Fachbeiträge. Er ist Mitglied im Artistic Council des europäischen Netzwerks von Profichören TENSO.

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 23 Euro (erster Rang) und 18 Euro (zweiter Rang) und an der Abendkasse 25/20 Euro (50 Prozent Ermäßigung für Schüler, Studenten, Auszubildende). Kinder und Jugendliche sind bis 18 Jahre in allen Konzerten frei (es wird jedoch ein Ticket benötigt). Die Tickets sind in der Tourist-Information Rottweil (Telefon 0741/ 494-280) und im Vorverkauf der Volksbank Rottweil (Telefon 0741/ 474-129) sowie bei allen Vorverkaufsstellen in der Region erhältlich.
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