Stadtnachricht

Treffpunkt „Stilles Örtchen“ – Latrinen und Abfallbeseitigung der Römer

Dominikanermuseum bietet Einblick in die Wasserversorgung und -entsorgung in „Arae Flaviae“

Römische Wasserleitungen
Wasserhahn für Warm- und Kaltwasser sowie ein Stück Bleirohr aus „Arae Flaviae“ im Dominikanermuseum: In römischer Zeit war in Rottweil die Ver- und Entsorgung auf dem neuesten Stand der damaligen Technik.


Vor 100 Jahren wurde in Rottweil die Kläranlage in Betrieb genommen. Das Jubiläum ist Anlass für das Dominikanermuseum, die schon sehr fortschrittliche Wasser- und Abwasserversorgung der Römer ins Blickfeld zu rücken. Die Römer setzten dabei Standards, die in Rottweil erst mit dem Bau der Kläranlage wieder erreicht wurden.

Schon vor etwa 2600 Jahren war in Rom ein Abwassersystem erbaut worden, das Vorbild für die Städte in den Provinzen war. Im Dominikanermuseum belegen ein Wasserhahn für Warm- und Kaltwasser sowie ein Stück Bleirohr, dass sich auch die Erbauer von „Arae Flaviae“ an der fortschrittlichen Hauptstadt des römischen Imperiums orientierten. In Rom gab es öffentliche Gemeinschaftsklos, die zum Teil prächtig ausgestaltet und ein Treffpunkt vor allem auch für Männer gehobener Gesellschaftsschichten waren. Hier erfuhr man Neuigkeiten und hier konnte man in jeglicher Hinsicht „Geschäfte machen“. Auch in den Militärkastellen des römischen Reiches wie etwa in Rottweil gab es Latrinen, da der Heerführung der Zusammenhang zwischen Hygiene und Erkrankungen bewusst war.

Neben der Entsorgung war aber auch die Versorgung der Soldaten und der Zivilbevölkerung mit Wasser wichtig und sogar lebensnotwendig. Sie erfolgte durch Regenwasser, das in Zisternen gesammelt wurde oder durch Grundwasser über Brunnen. Teilweise wurde das Wasser aber auch von Quellen über Leitungen zu den Verbrauchern gebracht. Meist wurde das Schmutzwasser auf die Straße geleitet, wo es in Abflusslöchern versickerte und über Kanäle aus der Siedlung oder dem Kastell geleitet wurde. Abwasser aus Bädern wie dem Rottweiler Römerbad beim Friedhof diente auch in den Provinzen zum Spülen von Toilettenanlagen – ein ressourcenschonendes Konzept, das heute wieder aufgegriffen wird.

Treffpunkt für diese Führung ist um 15 Uhr im Foyer des Dominikanermuseums. Kosten: Zwei Euro zuzüglich Eintritt (bis 18 Jahre kostenfrei).

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