Stadtnachricht

Die „Sommersprossen“ stehen vor der Tür

Sechs abwechslungsreiche Konzerte vom 21. Juni bis 1. Juli


Ingo Goritzki (Foto: Herbert Vieth)

Von Beginn an stand das Rottweiler Musikfestival für ein breites musikalisches Spektrum. Neben den großen Meistern der Klassik wurde schon bald auch mit anderen Musikrichtungen und zeitgenössischen Komponisten gearbeitet. 
Und so beginnt auch die diesjährige Konzertreihe mit einem Ausflug in den Jazz. Daniel Schnyder, der in New York lebende Schweizer Komponist und Musiker, ist seit Jahren treuer Begleiter der Sommersprossen. Zum Auftakt zeigt er – zusammen mit seinem „daniel schnyder quartet“ und einigen Gästen - auch dieses Jahr wieder, wie man meisterlich Klassik und Jazz mit arabischen und südamerikanischen Einflüssen verbinden kann. Das Konzert findet am Donnerstag, 21. Juni um 20 Uhr in der Werkhalle der Kunststiftung Hauser statt. An gleicher Stelle gibt es vier Tage später, am Sonntag, 24. Juni um 19 Uhr, südamerikanisches Flair mit Elisa Goritzki. Diese, selbst mit brasilianischen Wurzeln, zeigt mit ihrer preisgekrönten „Grupo Patuscada“ aus Salvador de Bahia, wie stark und eingängig der brasilianische Musikstil „Choro“ ist. Mit eigenen Stücken und Arrangements holt die Gruppe diese Tradition in die unmittelbare Gegenwart und zeigt Lebenslust und Temperament  dieses „Brazilian Sound“.  

„Quintessenz“ war das Konzert betitelt, bei dem vor zwei Jahren Johannes Goritzki -  Mitbegründer des Rottweiler Festivals und Bruder des Intendanten - drei von Bachs berühmten 6 Suiten für Violoncello solo aufführte. Seit der Wiederentdeckung dieses lange in Vergessenheit geratenen Zyklus messen sich die besten und renommiertesten Cellisten an diesem Werk, laut Pablo Casals „die Quintessenz von Bachs Schaffen“. Nun folgt am Dienstag, 26. Juni um 20 Uhr die „Quintessenz II“, die anderen drei Suiten Nr. 2, 3 und 4, wiederum im intimen Rahmen der kleinen Ruhe-Christi-Kirche.

Die letzten drei Konzerte finden alle im dekorativen und stimmungsvollen Jugendstilsaal des Rottenmünsters statt. Am Mittwoch, 27. Juni um 20 Uhr sind unter dem Titel „Meisterwerke“ Stücke zu hören, die dem scheidenden Intendanten besonders am Herzen liegen: Mozarts Quintett Es-Dur für Bläser und Klavier, das Mozart selbst seinerzeit „für das Beste hielt, was er noch in seinem Leben geschrieben habe“, und das singuläre, vom Klang der Bassklarinette geprägte Bläsersextett Mládí (Jugend) von Leoš Janáček. Dafür konnte Ingo Goritzki nochmals treue Weggefährten wie Ulf Rodenhäuser, Radovan Vlatković, Dag Jensen und Kalle Randalu gewinnen.

Dass klassische Musik nicht immer todernst daherkommt, sondern auch mal ein tierisches Vergnügen bereiten kann, beweist das Konzert am Samstag, 30. Juni um 19 Uhr. Das berühmte Forellenquintett von Franz Schubert wird von allerlei musikalischem Getier begleitet. Frösche, Heuschrecken und Wespen, ein prophetisch singender Vogel, eine tanzende Ziege, ein majestätisch dahingleitender Schwan und schließlich sogar eine zerstreute Brillenschlange und die Forelle selbst sind dem abschließenden Quintett vorangestellt. Dies alles unter einen Hut zu bringen, das versuchen die bekannten Schauspieler Thomas Goritzki und Tatjana Clasing, die als Sprecher eingeladen sind. 
 
Humor ist vielleicht auch bei Beethoven eine unterschätzte Facette. Das am 1. Juli um 19 Uhr beim sechsten und letzten Konzert auf dem Programm stehende Duo Es-Dur für Viola und Violoncello ist mit dem launigen Zusatz „mit zwey obligaten Augengläsern“ versehen. Eine Vorgabe, die Hariolf Schlichtig und Johannes Goritzki problemlos erfüllen können!

In Mozarts Oboenquartett, das anschließend zu hören sein wird, kann das Soloinstrument, gespielt von Ingo Goritzki, sich höchst virtuos in all seinen Qualitäten zeigen. Düsterer und schwerer kommt Brahms´ Klavierquartett Nr. 3 c-moll daher, in dem er seine hoffnungslose Liebe zu Robert Schumanns Frau Clara verarbeitet.

Freude an Musik und am Fußball muss sich übrigens auch bei der dann laufenden Fußball-Weltmeisterschaft nicht ausschließen: die Gruppenspiele der Gruppe F, in der Deutschland spielt, überschneiden sich sämtlich nicht mit den Konzerten, und während der Konzerte am 30.06. und 01.07. finden keine Achtelfinalspiele mit deutscher Beteiligung statt.

INFO: Karten für alle Konzerte gibt es in der Tourist Information Rottweil, Tel. 0741/494 280, touristinformation@rottweil.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen der Region sowie bei der Volksbank Rottweil und im Internet. Kinder und Jugendliche haben bis 18 Jahre freien Eintritt, benötigen aber eine Platzkarte. Ältere Schüler und Studenten zahlen den halben Preis. Für die treuen Konzertbesucher gibt es wie immer den Festivalpass (zu erwerben nur in der Tourist Information Rottweil), mit dem man für 99 Euro bei allen 6 Konzerten Plätze in der besten Kategorie erhält.

Weitere Infos zum Festival unter www.sommersprossen-rottweil.de.


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