Stadtnachricht

JVA-Standorte: Bohrungen im Bitzwäldle

Gräberfeld vermutet / Aus für Mittelberg und Hochwald

Grabhügel Bitzwäldle
In der orange markierte Fläche im "Bitzwäldle" hat das Regierungspräsidium Freiburg weitere Keltengräber nachgewiesen.


Die Stadt Rottweil hatte Ende Januar zwei mögliche Standorte für die geplante JVA Rottweil vorgestellt, „Mittelberg“ und „Bitzwäldle“. Ein weiterer Standort war von einem Eigentümer auf dem Hochwald vorgeschlagen worden. Inzwischen hat das Finanzministerium, das für den Bau der neuen JVA verantwortlich zeichnet, mitgeteilt, dass es diesen Bereich auf dem Hochwald aufgrund einer starken Geländeneigung innerhalb der denkbaren JVA-Anlage für nicht geeignet hält. Ebenso ungeeignet ist laut Finanzministerium der Standort „Mittelberg“ bei Rottweil-Neukirch. Als Gründe gibt das Land die hohe Zahl der Eigentümer, die unmittelbare Nähe zur Bundesstraße und auch das Gefälle im Randbereich des Standortes an.

Die Denkmalschutzbehörde des Regierungspräsidiums hat die Stadt zudem darüber informiert, dass am möglichen Standort „Bitzwäldle“ weitere Keltengräber nachgewiesen wurden. Die Stadt Rottweil hatte in ihrer Standortuntersuchung bereits drei bekannte Keltengräber berücksichtigt, die den Standort selbst nicht tangiert hatten. Inzwischen hat jedoch die Denkmalschutzbehörde neue Luftaufnahmen vom Bitzwäldle ausgewertet und ein weiteres Grabhügelfeld als Kulturdenkmal eingestuft, das auf dem möglichen Gelände der geplanten JVA liegen würde. Die Änderung in der Denkmal-Datenbank erfolgte erst nach Bekanntgabe der möglichen JVA-Standorte „Bitzwäldle“ und „Mittelberg“ und konnte so nicht in die Standortuntersuchung der Stadt Rottweil einfließen.

„Die archäologische Bedeutung der Grabhügel ist derzeit noch nicht näher untersucht worden“, betonte OB Broß. Daher sollen nun Bohrungen zunächst Klarheit darüber schaffen, ob das Gelände überhaupt bebaut werden kann. Das Finanzministerium habe sich bereiterklärt, auf eigene Kosten in Vorleistung zu treten und vor Ort die Grabhügel und gleichzeitig auch den Baugrund mittels Bohrungen zu erkunden und zu überprüfen. Das Finanzministerium habe in Aussicht gestellt, die Untersuchungen in den nächsten vier bis sechs Wochen durchzuführen, so dass frühestens nach Ostern die ersten Ergebnisse vorliegen.

Durch die neuen Erkenntnisse ändert sich auch der Fahrplan: „Da wir nicht wissen, ob der Standort geeignet ist, macht eine Bürgerversammlung erst dann Sinn, wenn die Untersuchungsergebnisse vorliegen“, so Broß. Geplant ist jetzt, die Bürgerversammlung nach Bekanntgabe der archäologischen Untersuchungen durchzuführen, im Anschluss daran würde die Anhörung in den Ortschaftsräten und zum Schluss die Beratung und Beschlussfassung im Gemeinderat erfolgen. Broß betonte: „Das bedeutet aber auch, dass mit den Bohrungen durch das Land keine Vorentscheidung verbunden ist.“ Erst wenn Gewissheit über die Eignung des Baugrunds bestehe, seien weitere Schritte sinnvoll.

Da OB Broß inzwischen davon ausgeht, dass die Sporthalle in Zepfenhan für die Bürgerversammlung zu klein sein wird, soll die Bürgerversammlung in der Stadthalle stattfinden. „Dort haben wir die notwendige Infrastruktur, die Parkplätze, ausreichend Platz und die erforderliche Technik zur Verfügung.“ Nach wie vor angedacht ist aber eine zusätzliche Informationsveranstaltung in Zepfenhan, die auch von den Gemeinderatsfraktionen zugesagt wurde.

Broß zog folgendes Fazit: „All dies führt dazu, dass aus heutiger Sicht nur noch der Standort Bitzwäldle in Frage kommt, mit der Einschränkung: sofern hier die Archäologie grünes Licht gibt.“





  • Stadt Rottweil
  • Die älteste Stadt Baden-Württembergs
  • Stadt Rottweil
  • Postfach 1753
  • 78617 Rottweil
  • Telefon: 0741 494-0
  • Fax: 0741 494-355
  • E-Mail: stadt@rottweil.de
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK