Stadtnachricht

Rottweils Mitte eröffnet neue Freiräume

Mehr Platz für Fußgänger / Modellversuch Tempo 20

„Für die Anwohner, Gewerbetreibenden und auch Kunden in der Innenstadt war die Baustelle eine große Belastung. Ihnen allen gilt unser Dank für ihre große Geduld während der Bauphase“, blickt Oberbürgermeister Ralf Broß zurück. „Aber die Arbeit hat sich gelohnt, die Vision der Planer wurde Realität“, freut sich das Stadtoberhaupt auf das große Einweihungsfest am kommenden Wochenende. „Uns allen wünsche ich viel Spaß und Freude beim Verweilen, Einkaufen und Flanieren im Herzen unserer schönen Stadt.“

Vorher: Rottweil Mitte Rottweils Hochbrücktorstraße vor der Sanierung – viel Asphalt, wenig Platz für Fußgänger.

Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg: Vor der Baumaßnahme durchschnitt eine breite Asphaltbahn im Stil der 70er-Jahre Rottweils historische Innenstadt, noch ganz für den Durchgangsverkehr der alten B 27 vor Einweihung der Nordumgehung zugeschnitten. Und auch unter der Oberfläche bestand Handlungsbedarf: Eine dringende Sanierung der alten Gasleitungen duldete keinen Aufschub mehr. Kurzerhand bündelten Stadt und ENRW ihre Kräfte und nutzen die ohnehin anstehenden Erdarbeiten, um die Innenstadt insgesamt und „in einem Rutsch“ aufzuwerten.

Das Ergebnis der Neugestaltung geht auf Entwürfe des Planungsbüros Pesch und Partner zurück, das 2009 einen städtebaulichen Wettebewerb um die besten Ideen für Rottweils Mitte für sich entscheiden konnte. Kern der Konzeption: Durch den Wegfall von Abbiege-Spuren und die Verringerung der Fahrbahnbreite entstanden neue Freiräume für Fußgänger und für die Auslagen des Einzelhandels. Bänke aus Holz ermöglichen es, beim Einkaufen einfach einmal eine kleine Pause einzulegen oder als Tourist das Stadtbild auf sich wirken zu lassen. Ein von der ENRW gesponserter Trinkwasserbrunnen inmitten der neu gestalteten Hochbrücktorstraße erfreut insbesondere Radler und durstige Passanten in den Sommermonaten mit einer kostenlosen Erfrischung.

„Auch das Ziel Barrierefreiheit wird in Rottweils neuer Mitte groß geschrieben“, unterstreicht Broß die Vorzüge des neuen Straßenbilds: Für Sehbehinderte gibt es Leitstreifen. Niedrigere Bordsteine und ein gut befahrbares Pflaster für Kinderwägen und Rollstühle erleichtern das Vorwärtskommen. Einige Geschäfte, bisher nur über Treppen erreichbar, kommen dank neuer Rampen künftig sogar ganz ohne Stufen aus.

Nacher: Rottweil Mitte
Nach der Sanierung ein völlig anderes Bild: Parkende Autos wurden an den Straßenrand verbannt – dafür entstanden neue Freiräume für Passanten und Auslagen der Einzelhändler.

Neue Wege geht die Stadt auch beim Verkehrskonzept: „Uns ist es gelungen, das Land für ein Tempolimit  in der Hochbrücktorstraße und der Unteren Hauptstraße von 20 Stundenkilometern zu gewinnen. Dazu war eine Sondergenehmigung des Verkehrsministeriums erforderlich“, zeigt Broß auf, dass vor der Umgestaltung durchaus „dicke Bretter“ zu bohren waren. Zwei Jahre lang wird nun die Entwicklung in einem landesweit sehr seltenen Modellversuch aufmerksam beobachtet werden. Zu Entschleunigung tragen neben dem Tempolimit auch die gepflasterten Seitenstreifen bei: Die Straße erscheint so schmaler, bietet zudem Radlern einen besseren Schutz und lässt Bussen im Begegnungsverkehr genügend Spielraum. Parkplätze gibt es in den beiden neu gestalteten Straßen weiterhin – nun allerdings parallel zur Fahrbahn. Ebenfalls neu ist ein Angebot der Stadt für eilige Kunden: Wer nur kurz etwas einkaufen will, etwa beim Bäcker, parkt künftig eine halbe Stunde kostenlos – die „Brezel-Taste“ macht’s möglich.

Ein besondere „Hingucker“ präsentiert sich den Besuchern der Innenstadt übrigens in den Abendstunden. Die neuen Lichtstelen sorgen nicht nur für eine helle Ausleuchtung des Straßenraums: Über zusätzliche Lichtkegel werden die malerischen Erker an den historischen Bürgerhäusern effektvoll ins Szene gesetzt.
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