Stadtnachricht

Bürgerhaus „Casa di Onna“ eingeweiht

OB Broß: „Symbol der Freundschaft“

Casa di Onna
Das Bürgerhaus von Onna wurde auch mit Rottweiler Spendengeldern errichtet. Trümmersteine aus dem alten Ort rahmen den neuen Schriftzug „Casa Onna“ ein.

„Casa di Onna“ ist das erste dauerhafte Gebäude, das in einer sogenannten „roten Zone“ errichtet wurde. Es ist damit ein Signal für den Wiederaufbau in der gesamten Stadt. L'Aquilas Partnerstadt Rottweil unterstützte den Bau mit 300.000 Euro. Die Deutsche Botschaft mobilisierte weitere Spendengelder und verbürgte sich als Bauherr für die Verwendung der Mittel von insgesamt 1,3 Millionen Euro.

Zu Beginn der Feier gab es einen ausführlichen Rundgang durch den historischen Ortskern von Onna, der immer noch in Trümmern liegt. Vorbei an der „Wand des Gedenkens“ mit Bildern aus dem noch nicht zerstörten Onna ging es zur Gedenkstätte, an der eine Tafel an die 50 Toten des Erbebens erinnert. Richtig lebhaft wurde es beim Kindergarten von Onna, wo eine große Schar von Kindern die zahlreich erschienenen Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßte. Bedrückend wiederum der Gang zur Kirche, die Deutschland mit drei Millionen Euro wieder herstellen will. Dann ging es zum neuen „Casa di Onna“, wo der deutsche Botschafter in Italien, Michael H. Gerdts zunächst an der Fassade eine Gedenktafel enthüllte.

Schlüsselübergabe
Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß (links) und L’Aquilas Bürgermeister Massimo Cialente bei der Schlüsselübergabe im „Casa Onna“.


„Dies ist ein überaus wichtiger Tag für L’Aquila und für Onna“, freute sich L’Aquilas Bürgermeister Massimo Cialente bei der symbolischen Schlüsselübergabe im Saal des Bürgerhauses. Zum ersten Mal seit dem Beben werde ein öffentliches Gebäude im Erdbebengebiet eröffnet, das allein schon werde Zeichen setzen. Franco Papola, Ortsvorsteher von Onna, bedankte sich im Namen aller Onnesi für die Unterstützung. Seit dem Erdbeben habe man vielfältige Hilfe aus der Botschaft erfahren. Besonders dankte er Rottweil und den anderen Spendern für die Unterstützung beim Bau des Bürgerhauses. „Für uns ist das der echte Anfang vom Neuanfang.“

In seinem Grußwort hob auch Botschafter Gerdts die Bedeutung des Bürgerhauses für die Bewohner als Zeichen des Wiederaufbaus hervor. Möglich geworden sei das Haus erst durch die "einzigartige Spendenbereitschaft der Bevölkerung in L’Aquilas Partnerstadt Rottweil", ergänzt um weitere Großspenden aus Politik und Wirtschaft. Das verheerende Beben habe in Deutschland eine Welle des Mitgefühls und der Spendenbereitschaft geweckt und so sei es selbstverständlich gewesen, dass sich die deutsche Botschaft in Onna engagierte, meinte Botschafter Gerdts.

Rundgang durch Onna
Beim Rundgang mit Ortsvorsteher Franco Papola (rechts)durch Onna wird deutlich, dass der ursprüngliche Ortskern immer noch in Trümmern liegt.

Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß beleuchtete die Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Rottweil und L’Aquila: Das Bürgerhaus beweise, dass die Partnerschaft nicht nur auf dem Papier stehe. Bereits am Tag des Erdbebens hatte Bürgermeister Werner Guhl ein Spendenkonto der Stadtverwaltung Rottweil zugunsten der Erdbebenhilfe L’Aquila eingerichtet. Wenige Tag später entschied der Gemeinderat der Stadt Rottweil, 25.000 Euro auf das Konto einzuzahlen. Viele Bürger, Vereine und Schulen schlossen sich an. „In Rottweil ist das Mitgefühl für L’Aquila und auch für Onna angesichts der verheerenden Katastrophe enorm gewachsen“, sagte Broß. Die gesamte Spendensumme sei nicht durch Großspenden, sondern durch viele kleine Spenden aus allen Bevölkerungsgruppen zusammengekommen. „Gespendet haben auch viele, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind.“

Dank von Franco Papola
Franco Papola bedankt sich bei OB Ralf Broß (links) und Ludwig Kohler vom Freundeskreis Amici dell’Aquila für die Unterstützung.

Broß erinnerte daran, dass bereits wenige Tage nach dem Beben ein Rottweiler Hilfskonvoi mit Vertretern von Feuerwehr, DRK und THW nach L’Aquila aufbrach und Ludwig Kohler vom Partnerschaftsverein Amici dell’Aquila Kontakt zu den Bürgern von Onna aufnahm. Der Ortsteil von L’Aquila wurde durch das Erdbeben nahezu völlig zerstört, die Bilder der Schuttberge gingen um die Welt. Früh entstand in Onna der Wunsch nach einem sozialen Zentrum als Zeichen des Wiederaufbaus. „Wir haben diesen Wunsch mit nach Rottweil genommen und daraus ein Versprechen gemacht, das wir heute einlösen können.“ Dieses Versprechen sei jedoch nur durch den großartigen Einsatz der Deutschen Botschaft in Rom zu verwirklichen gewesen, die das Projekt Bürgerhaus Onna beherzt aufnahm und weiterverfolgte.

Das Bürgerhaus sei ein nachhaltiges Symbol der Freundschaft mit ganz L’Aquila, so Broß. Und Onna habe nun wieder einen Platz mit Zukunft: „Es ist ein Ort, an dem man das neue Leben nach dem Beben planen kann. Ein Ort der Identifikation, an dem sich die Gemeinschaft wieder zusammenfindet.“

In ihrem Schlusswort berichtete Architektin Giovanna Mahr über die technischen Details des Hauses. Das Casa Onna besitzt unter anderem einen Versammlungssaal für rund 100 Personen, einen Treffpunkt für Jugendliche mit Internetzugang sowie einen Mehrzeckraum, der für die medizinische Versorgung durch einen mobilen Arzt genutzt werden kann.

Bürgersaal
Eine Fahne im Saal des Bürgerhauses bringt bei der Schlüsselübergabe die Dankbarkeit der Onnesi gegenüber den Rottweiler Spendern zum Ausdruck.


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