Stadtnachricht

Test-Turm: 400 Bürger informieren sich

Große Sympathie für 40-Millionen-Projekt

Bürgerversammlung
Rund 400 Menschen kamen zur Bürgerversammlung in den Sonnensaal des Kapuziners.

OB Ralf Broß Der Turm wird rund 235 hoch sein und das Neckartal etwa 125 Meter über der Baumgrenze überragen. Für den Weltmarkt sollen hier Aufzüge entwickelt werden, die bis zu 20 Sekunden pro Minute schnell sind. OB Ralf Broß und der Europachef von ThyssenKrupp Elevator Alexander Keller erläuterten den Bürgerinnen und Bürgern das Projekt. „Ein Weltkonzern wie ThyssenKrupp in der Stadt bedeutet die große Chance, dass sich innovative Folgeunternehmen im Umfeld ansiedeln und das vorhandene Innovations- und Technologienetz in der Region weiter stärken“, betonte Broß. Zukünftig sollen weltweit Kunden von ThyssenKrupp Elevator nach Rottweil kommen, um hier die neusten Entwicklungen in der Aufzugstechnik kennen zu lernen und vor Ort auszuprobieren. Rottweil liege in der Mitte der Innovationsache zwischen Stuttgart und Zürich mit einer bestens ausgebildeten Bevölkerung und sei auch verkehrlich gut erschlossen. „Unsere Kunden werden in Zürich landen, in Rottweil die Aufzüge anschauen und in Stuttgart die Verträge unterzeichnen“, sagte Keller.

TKE Testturm Rottweil Der Testturm soll zunächst Arbeitsplätze im technischen Bereich bieten. ThyssenKrupp rechnet derzeit damit, dass permanent fünf bis sechs Mitarbeiter beim Turm beschäftigt sind. Hinzu kommen 30 bis 40 Mitarbeiter von ThyssenKrupp, die zu Test- und Schulungszwecken anwesend sind. Keller: „Für uns ist der Turm zunächst eine Investition in Forschung und Entwicklung.“ Grundsätzlich möglich wäre aber auch eine touristische oder gastronomische Nutzung des Turms mit einer Aussichtsplattform. Keller betonte: „Wenn sich dafür ein Partner findet, wird TyssenKrupp dem nicht im Wege stehen.“ Auf Nachfragen der Bürger erklärten die Experten die genaue Konstruktionsweise des Turms, der auch auf Erdbebensicherheit geprüft und etwa 15 Meter tief im Grund verankert sein wird. Ähnlich wie bei Strommasten sei keine Eisschlaggefahr zu befürchten. Einschränkungen der Denkmalschutzbehörden sind nicht zu erwarten, auch wenn der Turm sich in der Nähe zu historischen Fabrikgebäuden befindet. Das Gebäude soll unter energetischen Gesichtspunkten am Gedanken der Nachhaltigkeit orientiert sein. Keller betonte, dass man bei der Architektur darauf achte, keinen reinen Zweckbau zu errichten: „Für uns zählt eine gelungene Verbindung von Design und Funktionalität.“

Alexander Keller Thema war auch die Wirkung des Gebäudes auf das Stadtbild. Hier zeigte sich, dass der Turm genau gleich weit vom Hauptstraßenkreuz in der Innenstadt entfernt ist wie der Wasserturm, nämlich 1,4 Kilometer. Stadtansichten von der Autobahn oder vom Langen Berg dokumentierten, dass sich der Turm aus vielen Perspektiven mit einigem Abstand zu den bestehenden Türmen in die Stadtsilhouette einreihen wird. Aus süd-östlicher Richtung wird der Turm dagegen hinter der Stadt erscheinen. Solche Ansichten wurden aus Zeitgründen noch nicht erstellt, sollen aber nachgeliefert werden. Keller betonte, das ThyssenKrupp vorgetragenen Wünsche und Sorgen der Bürger sehr ernst nimmt: "Uns ist es ein großes Anliegen, dass das Projekt bei den Bürgerinnen und Bürgern Akzeptanz findet. Wir werden daher sehr sensibel mit Ihren Anregungen umgehen."

OB Broß erläuterte auch das weitere Verfahren: Der Gemeinderat wird am Mittwoch, 15. Mai, über die Ergebnisse der Bürgerversammlung beraten. Der Einstieg ins förmliche Verfahren ist in einer weiteren Gemeinderatssitzung am 5. Juni möglich. Während des Verfahrens ist sowohl eine Anhörung aller beteiligter Behörden wie auch der Bürger vorgesehen, die die Pläne einsehen und ihre Anregungen und Vorschläge einbringen können.

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