Stadtnachricht

Feier 15 Jahre Lokale Agenda 21 in Rottweil

Jobst Kraus spricht über "Rio, Rottweil und das rechte Maß"

Agenda-Fest 2013
OB Ralf Broß feiert mit Akteuren der Lokalen Agenda und Festredner Jobst Kraus (Dritter von links) das 15-jährige Bestehen.

Broß erinnerte an die Auftaktveranstaltung am 04. Dezember 1998 bei der der damaligen Oberbürgermeister Dr. Michael Arnold die Gruppen die sich in der Aktion „Signale für Rottweil“ zusammengeschlossen hatten, begrüßte. Viele von ihnen waren auch nach 15 Jahren wieder zum Festabend in den Kapuziner gekommen. Broß wies darauf hin, dass die Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 seit 1999 als Stabstelle beim Oberbürgermeister angesiedelt sei. Daraus lasse sich erkennen, dass die Arbeit der Lokalen Agenda 21 Rottweil und des Bürgerschaftlichen Engagements in der Stadtpolitik eine große Bedeutung einnehme und geschätzt werde. „Wir haben uns in den letzten Jahren stets sehr konstruktiv ausgetauscht und sind immer im Gespräch miteinander geblieben. Viele Projekte haben sich daraus ergeben“, so Broß. Er wies auch auf das eine oder andere Projekt hin, das aus den verschiedensten Gründen nicht umgesetzt werden konnte oder kann.

„Der Wille seitens der Stadt, nachhaltige Projekte auch weiterhin zu unterstützen, ist ungebrochen“, betonte der OB. „Sie alle übernehmen Verantwortung in unsere Stadt und für die Gesellschaft und dafür danke ich Ihnen“. Das Dankeschön stand in Form von fünf Obstbäumen auf der Bühne, die Broß gemeinsam mit den Mitgliedern der Lokalen Agenda 21 Rottweil am kommenden Freitag um 15.30 Uhr in den Gemeinschaftsgärten am Nägelesgraben pflanzen möchte. Er wünschte, dass diese Bäume noch lange nachhaltig Früchte tragen. Zusätzlich standen 100 Rosen mit flower label auf der Bühne, davon durfte sich jeder Gast als Dankeschön eine Rose mit nach Hause nehmen. 

Gudrun Müller zeigte in Form einer Präsentation die vielen Projekte auf, die im Laufe dieser 15 Jahre alle entstanden sind. Dies waren zum Beispiel die
Mitwirkung der Mitglieder der Lokalen Agenda 21 beim Klimaschutzkonzept Rottweil 2002 und die Bemühungen zur Gründung einer Energieagentur, die zunächst im Jahr 2003 an der Finanzierung gescheitert seien. Die Suche nach einem Standort für Windkraftanlage laufe bereits seit dem Jahr 2003, die Engagierten bräuchten dafür einen langen Atem, hob Müller hervor. Im Jahr 2003 wollte der Arbeitskreis Umwelt mit einer  Wanderbaumaktion im Rahmen der Heimattage veranschaulichen, wie die Innenstadt mit Bäumen aussehen würde. Kooperiert wurde auch mit dem Weltladen Rottweil beim Projekt „Gässle Kaffee“, Mit der Aktion eine Welt wurde im Jahr 2005 das Projekt KinderKulturKarawane - „Maiti Nepal“ veranstaltet.

Der Stadtführer für Menschen mit Behinderung erschien im Mai 2005 in seiner 1. Auflage, dieser wurde vom Arbeitskreis „Zusammenleben in der Gesellschaft“ in zweijähriger Arbeit erstellt. Im Jahr 2006 kam der Arbeitskreis Neue Wohn- und Lebensformen zur Lokalen Agenda 21 Rottweil hinzu. Dieser bemüht sich seither um die Umsetzung alternativer Wohnformen in Rottweil. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Lokalen Agenda 21 Rottweil wurde ein Integrationsatlas erstellt, der im Jahr 2007 erschien.

Im Jahr 2008 erhielt die Lokale Agenda 21 vom Land Baden-Württemberg einen Agenda-Anerkennungspreis. Im Jahr 2012 wurde eine Nachhaltigkeitswoche mit vielen Kooperationspartnern durchgeführt. Der Energietag Rottweil wird seit 2008 organisiert und ist seit dem Jahr 2011 in die HAUS | BAU | ENERGIE Messe integriert. Aktuelle und laufende Projekte sind die EneuerBar mit World Café, das Rottweiler Umweltforum / Wald und Forst, die  Gemeinschaftsgärten am Nägelesgraben, die Kooperation mit dem Freundeskreis Asyl und die Mitarbeit an der zweiten Auflage des Stadtführers „Rottweil barrierefrei“.

Nicht zu vergessen das Projekt, das sensationell angenommen wird: „Das Reparaturcafé“ -  das alles kann man auf der Agenda Website  www.agenda-rw.de finden. Oberbürgermeister Broß dankte auch den Unterstützern und Sponsoren ganz herzlich.

Jobst Kraus sprach in seiner Festrede zum Thema „Rio, Rottweil und das rechte Maß – Perspektiven einer breiten nachhaltigen Entwicklung für alle Akteure“. Den Wortlaut finden Sie unten zum Herunterladen und Lesen. Zur Entwicklung der Lokalen Agenda 21 in Rottweil meinte  Kraus:  "Die  ökologischen wie sozialen Projekte sind ein bunter Strauß von anhaltendem und phantasievollem Engagement, auf den Sie stolz sein können." Kraus verwies weiter auf die Zeit, in der Rottweil nicht nur die älteste Stadt Baden-Württembergs war, sondern auch freie Energiestadt unter Siegfried Rettich und Reinhard Jank. Er verwies auf die Konferenz in Rio im Jahr 1992, Agenda hat man damals übersetzt  als das „was zu tun ist“. Rottweil habe etwas später mit der Lokalen Agenda 21 angefangen aberdafür lebe die Agenda 21 in Rottweil noch heute – vermutlich auch wegen einer bei der Stadt eingerichteten Stabsstelle. Kraus: "Eine solche Anlaufstelle brauchen die Agenda-Gruppen für die Kontinuität und die Vernetzung. Wo diese Verankerungsstelle fehlt, besteht die große Gefahr, dass die Agenda-Aktivitäten einschlafen."

Anschließend wurde gemeinsam gefeiert, Rückblicke und Ausblicke gemacht.

IMPRESSIONEN
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