Stadtnachricht

Die Gefährdungslage durch den Borkenkäfer im Kreis steigt


Der Borkenkäfer wird zum immer größeren Problem für WeißtannenDurch die Sturmereignisse im letzten Jahr und Schneedruck in den höheren Lagen im Januar 2019 stand und steht viel Brutmaterial für den Käfer zur Verfügung.
 
Da sich zum Teil bis zu drei Käfergenerationen und zusätzliche Geschwisterbruten im vergangenen Jahr bilden konnten, ist die Ausgangspopulation im Jahr 2019 äußerst hoch. 

Durch den Regen im Mai hat sich in weiten Teilen des Landkreises der Schwärmflug verzögert und die Entwicklung der bereits eingebohrten Käfer ging langsamer vorwärts.
 
Die aktuellen Fangzahlen in den Käferfallen, die im Kreisgebiet zum Borkenkäfermonitorring aufgehängt sind, zeigen jedoch, daß sich in den letzten 2-3 Wochen die Fangzahlen massiv erhöhen. 

Die Revierleiter melden vereinzelt bereits Befall an stehenden Fichten, der gut durch Bohrmehlansammlungen am Stammfuß zu erkennen ist. 

Durch die aktuell sehr warmen Wetterbedingungen wird sich der Buchdrucker optimal vermehren können und gleichzeitig wird die Abwehrbereitschaft der Fichte sinken. 

Kennzeichen eines frischen Käferbefalles sind vor allem:
  • Braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation;
  • Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz;
  • Verblassend fahl-grün werdende bis vergilbende Nadeln.

Kontrollieren Sie ihre Wälder ab jetzt bis Ende September am besten im 1-2 wöchigen Turnus! 
Zu kontrollieren sind: 
  • Vorjährige Befallsorte
  • Ränder von Windwurf- und Schneebruchnestern
  • Hauptaugenmerk haben die oben genannten Flächen, jedoch sind auch alle sonstigen stehenden Fichtenbestände zu kontrollieren, die Jungkäfer befallen nicht
  • nur Sturm- und Schneebruchholz
  • Aufgearbeitetes, in der Nähe gefährdeter Bestände lagerndes Nadelholz
  • Nach Starkregen die Kontrolle kurzzeitig aussetzen, da das Bohrmehl dann abgewaschen wird

Nach der Kontrolle geht es ans Aufarbeiten:
  • Auch Gipfelmaterial muss entfernt werden, da es als perfektes Brutmaterial vor allem für den Kupferstecher, den zweiten bedeutenden Fichtenschädling dient. Durch Hacken oder Verbrennen bei feuchter Witterung können Gipfel unschädlich gemacht werden. Beim Verbrennen ist zwingend auf die derzeitige trockene Witterung zu achten. Es ist die Ortspolizeibehörde und die Feuerwehr zu informieren!
  • Das befallende Stammholz muss vor dem Ausflug der Käfer aus dem Wald entfernt werden. Da die Sägewerke derzeit überfüllt sind mit Sturm- und Schneebruchholz aus allen Landesteilen ist es oft nicht möglich, das befallene Holz zeitig vor dem Ausflug aus dem Bestand abzufahren.
  • Wenn absehbar ist, daß das befallene Holz nicht abgefahren werden kann, ist es zu entrinden oder mit einer Schutzspritzung zu behandeln.
  • Die bereitgestellte Holzmenge pro Sägewerk muss mindestens 10 Festmeter betragen, besser sind 20 Festmeter. Kleinmengen werden von den Holzkäufern erst gar nicht übernommen.

Immer stärkere Probleme mit Borkenkäfer an der Weißtanne: 
Die Weißtannen leiden ebenfalls unter den Witterungsbedingungen. Überall aus dem Kreisgebiet melden die Revierleiter teils massiven Befall durch den kleinen und den krummzähnigen Tannenborkenkäfer. Ein Befall ist zuerst im Kronenbereich sichtbar. Die geschädigten Tannen zeigen sich durch rote Nadeln im Kronenbereich. 

Der krummzähnige und der kleine Tannenborkenkäfer können durch Ausbildung von zwei Generationen auch zur Massenvermehrung neigen. 

Deshalb ist es unabdingbar, auch bei befallenen Tannen bei der Bekämpfung analog der Fichte zu verfahren. 

Können Waldbesitzer die erforderlichen Maßnahmen nicht selbst durchführen, können Sie die Beratung des örtlich zuständigen Revierleiters in Anspruch nehmen. 

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