Stadtnachricht

Eine Uraufführung und Neue Musik

Am Dienstag ist Abschlusskonzert der „Sommersprossen“ in der Kunststiftung Hauser

Theo Plath spielt am 09. Juli bei der Uraufführung von  „Il Canto della Notte“ das Fagott (Foto: Marco Borggreve)
Theo Plath spielt am 09. Juli bei der Uraufführung von  „Il Canto della Notte“ das Fagott (Foto: Marco Borggreve)


Volker David Kirchner bekennt, dass er, was er wirklich zu sagen habe, in der Kammermusik sagt. Etwa in „Canto della Notte“, einer suggestiven Nachtmusik, die als eine Art work in progress in immer neuen Werkteilen weiterwächst und dessen Teil III in den „Sommersprossen“ als Uraufführung seine Fortsetzung erfährt. Eine klangsinnliche, intensive Musik, die auch im Leisen auf Sensibilisierung fürs Menschliche zielt.

Mit seiner dreisätzigen Mini-Sonate für Klarinette (Kilian Herold) und Fagott (Theo Plath) von 1922 beweist Francis Poulenc, dass er in der berühmten Groupe des Six derjenige mit dem feinsten Händchen für Bläser war.  Im ersten Satz agiert das Fagott teils wie ein Ostinato-Bass, über dem die Klarinette ihre kecken Figurationen tanzt, im langsamen Mittelstück entwickelt das Duo in eng geführten Linien und nah verwandten, tiefen Registern eine zauberhafte vokale Klanglichkeit, in der die Instrumente gleichberechtigt dem Melos huldigen. Im Finalsatz geht es kontrastreich, hurtig und mit wildem Witz voran.

Seiner Wandelbarkeit wegen gilt Igor Strawinsky als Chamäleon der Musik des 20. Jahrhunderts. An die Zwölftonmusik aber wagte er sich erst 1952, nach Schönbergs Tod. Ein völliger „Fahnenwechsel“ ist das Septett WV 1908 aber nicht. Der erste Satz tönt neoklassizistisch, nur die beiden anderen Sätze sind ganz in Reihentechnik gearbeitet.

Mit Krawumm betrat Krzysztof Penderecki einst als Avantgardist die Bühne. Zu einem der Großen der Gegenwartsmusik wurde er aber, weil er über experimentelle Protestgesten hinaus eine die Epochen umfassende Vorstellung von Musik entwickelte. Sein Sextett für Klarinette, Horn, Streichtrio und Klavier aus dem Jahr 2000 versteht er als Synthese, als „ein typisches Werk des Jahrhundertendes, indem es sich auf die Erfahrungen und die Stile des ganzen 20ten Jahrhunderts bezieht“. Der erste Satz beinhaltet ein hoch rhythmisches, energiegeladenes Furioso der Protagonisten. Im ruhigeren zweiten Satz werden die Lamento-Gesten von motorischen Schüben und gestufter Anstiegsdynamik kontrastiert. Betörend zart und leise dann der Schluss.
 
Nach dem Konzert heißt es für die Musiker Kilian Herold (Klarinette), Theo Plath (Fagott), Fritz Pahlmann (Horn), Kiveli Dörken (Klavier), Florian Donderer (Violine), Yuko Hara (Viola) und Tanja Tetzlaff (Violoncello) wieder Abschied nehmen von Rottweil und sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr zu freuen!
 
Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 22 Euro und an der Abendkasse 25 Euro. Schüler, Studenten und Auszubildende erhalten 50 Prozent Ermäßigung, der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist in allen Konzerten frei, es wird jedoch ein Ticket benötigt. Karten sind erhältlich bei der Tourist-Information Rottweil (Telefon 0741/ 494-280) und der Volksbank Rottweil (Telefon 0741/ 474-129) sowie bei allen Vorverkaufsstellen in der Region. Weitere Infos zum Rottweil Musikfestival Sommersprossen finden Sie unter www.sommersprossen-rottweil.de und www.trio-k.de.
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