Stadtnachricht

"Stadtluft macht kreativ"

Rückblick Bürgerempfang 2020 / OB verleiht Bürgermedaille

Impressionen Bürgerempfang 2020
Im Mittelpunkt der Rede des OBs stand die Rolle der Städte als Zukunftslabore unserer Gesellschaft und der Gedanke der Toleranz (Foto: Ralf Graner Photodesign).


Der OB hatte wieder viele namhafte Förderer der Stadt aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kirchen, Kultur, Schulen, Vereinen und Verwaltungseinrichtungen eingeladen. Wie im vergangenen Jahr wurde die Rede durch eine Gebärdendolmetscherin für Gehörlose übersetzt. Eingangs seiner Rede nahm der OB nochmals Bezug zu den Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen des "Ewigen Bundes" der Reichstadt Rottweil mit 13 Schweizer Orten. "Es waren die Städte, die seit Beginn der Zivilisation bewiesen haben, dass sie Antworten auf Krisen und Konflikte finden. Es waren die Städte, in denen demokratische Regierungsformen entwickelt und unterschiedliche Kulturen integriert wurden", sagte Broß und verwies auf die griechische Polis und die Städtebünde der Antike oder die Hanse im Mittelalter. Der Ewige Bund sei ein weiteres gelungenes Beispiel dafür, wie Städte ihre Probleme und Konflikte selber lösen können. "Nicht durch supranationale Organisationen, sondern durch Vernetzung und Zusammenarbeit. Gewachsen von unten anstatt von oben verordnet."

Als Beispiele aus dem Rottweil der Gegenwart nannte er die Mitgliedschaft der Stadt Rottweil im Städtetag auf Bundes- und Landesebene, internationale Städtepartnerschaften, kommunale Netzwerke beim Klimaschutz oder die interkommunale Zusammenarbeit im Gewerbegebiet Inkom. All diese Koopertionen seien Beispiele dafür, wie Städte durch Vernetzung und Zusammenarbeit besser werden und sich weiterentwickeln können. "Die Stadt ist der Ort der Stabilität in unruhigen Zeiten. Sie ist Versuchs- und Zukunftslabor für neue Wege, eröffnet Chancen und Perspektiven." Schon im Mittelalter habe es geheißen: “Stadtluft macht frei.“ Und mit Blick auf die heutige Zeit schob Broß nach: „Stadtluft macht kreativ.“

Voraussetzung dafür sei allerdings ein Klima der Toleranz und der Offenheit im politischen Diskurs. Broß plädierte mit Hinweis auf den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck für ein Verständnis von Toleranz als einen "konstruktiver Umgang zwischen Menschen, die politisch unterschiedlicher Meinung sind". Nicht die Diskussion in den eigenen Reihen bringe uns weiter, nicht im eigenen Verband, in Reihen der eigenen Wählerschaft, der eigenen Partei, der Gleichgesinnten, sondern „raus aus der Blase“ solle man die Diskussion wagen mit Andersdenkenden, mit dem politischen Gegner, mit dem, der eine andere Meinung vertritt. "Toleranz endet allerdings dort, wo die Grenze zum Extremismus und Radikalismus überschritten und die freiheitlich-demokratische Grundordnung gestört und verletzt wird", betonte Broß.

Umso wichtiger sei ein gedeihliches Miteinander vor dem Hintergrund einer zunehmenden Fülle an Problemstellungen, mit denen sich kommunale Politik konfrontiert sehe. Broß nannte unter anderem: den digitalen Wandel, eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Integration von Migranten, die Mobilitätswende und die Wohnbaupolitik – und nicht zuletzt den Klimawandel. "Wir brauchen ein Umdenken in unserer Gesellschaft und auch in unserer Stadt, wenn wir die Prognosen der Wissenschaft ernst nehmen und dem Klimawandel etwas entgegensetzen wollen", forderte Broß. Die Älteren müssten umdenken und auf das eine oder andere Liebgewordene verzichten. Die Jüngeren müssten umdenken und verstehen, dass ein so großer Veränderungsprozess Geduld erfordert und nicht von heute auf morgen zu leisten ist. "Beide Seiten sollten von der Polemik abrücken. Der Klimaschutz ist zu wichtig, als dass man sich durch gegenseitige Schuldzuweisung von der Lösung der Probleme ablenken lassen darf."

Mit Blick auf das kommende Jahr umriss Broß die anstehenden Themen wie das Gesamtstädtische Entwicklungskonzept, die Vorbereitung der Landesgartenschau, die Umsetzung der städtischen Mobilitätsstrategie, die Zukunft des Stadtmuseums und des Friedrichsplatzes aber auch einige Jubiläen wie etwa 50 Jahre Große Kreisstadt Rottweil, 50 Jahre Forum Kunst, 90. Geburtstag von Erich Hauser und 900 Jahre Neukirch.  Broß schloss mit den Worten: "In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein erfolgreiches, ein kommunikatives, ein tolerantes und vor allem gesundes Neues Jahr. "

Anschließend zeichnete das Stadtoberhaupt drei verdiente Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben Rottweils mit der Bürgermedaille aus. Dieses Jahr waren das: Gerhard Gurreck, Walter Keller und Eva-Maria Krause.

Das musikalische Programm gestaltete die Stadtkapelle. Nach dem offiziellen Teil fand ein Stehempfang im Foyer der Stadthalle statt, eingerahmt vom „German Klaiber Trio“ um German Klaiber von der Musikschule der Stadt Rottweil.

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IMPRESSIONEN (Fotos: Ralf Graner Fotodesign)
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