Stadtnachricht

JVA Rottweil: Vermögen und Bau Amt Konstanz informiert zum Planungsstand

Erläuterung im Bauausschuss des Rottweiler Gemeinderats und beim Runden Tisch

Grundlage ist das Ergebnis aus dem Architekturwettbewerb 2018. Der erste Preis ging an das Architekturbüro Obermeyer aus München, das mit der Planung beauftragt worden ist. Den Wettbewerbsentwurf gilt es nun planerisch zu vertiefen. Dies bedeutet, die Absichtserklärung einer Wettbewerbsskizze in einen belastbaren Entwurf zu überführen, der sich baulich und voll funktionsfähig umsetzen lässt. Dies gelingt nach Einschätzung des Amtes Konstanz von Vermögen und Bau recht gut. Nachdem das Projektteam mit Architekt und Ingenieuren aller Fachbereiche nun die Vorplanung präzisiert hat, lassen sich bereits detailliertere Aussagen zum Planungsstand machen.

Neben dem umzusetzenden Raumprogramm von rund 25.000 m² Nutzfläche, das sich bei einer JVA auf rund 15 Funktionsbereiche verteilt, gilt es auch die weiteren Planungsparameter zu bearbeiten, die größtenteils schon in der Wettbewerbsaufgabe formuliert waren. Dazu gehören auch die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung sowie die fachlichen Belange der Stadt Rottweil. 
Folgende Punkte wurden aus der Bürgerbeteiligung übernommen und sind inzwischen weiterbearbeitet:
  • Schonende Einbindung in das Landschaftsbild
  •  Erhalt der bestehenden Naherholungsmöglichkeiten
  • von 20 Wanderparkplätzen an der JVA
  • Dachbegrünung
  • Beachtung der Wirkung des Blicks vom Testturm
  • Gemeinsame Nutzungsmöglichkeiten für Gefangene wie Bewohner: Gastronomische Nutzung im Freigängerheim, Nutzung der 3-Feld-Sporthalle durch Rottweiler Vereine
  • hoher energetischer Standard: Blockheizkraftwerk und Hackschnitzelkessel, Photovoltaikanlage sowie Regenwassernutzung (Sportplatz)

Im Zuge des Planungsfortschritts kam es aber auch zu Änderungen gegenüber dem Wettbewerbsergebnis. Im Folgenden aufgezählt die wesentlichen Eckpunkte, welche einen Bezug zu den Anliegen aus der Bürgerschaft haben:
  • Differenzierung der überbauten Fläche im Bereich der Werkstatt und Anlieferung, sowie des südlichen Haftgebäudes, damit bessere Einbindung in die Landschaft.
  • Erhöhung des südlichen Haftgebäudes von zwei auf drei Geschosse analog zu den beiden anderen, bereits dreigeschossig geplanten Hafthäusern
  • Verlegung der Zufahrt zum Hofgut Neckarburg und Anpflanzung einer Grünzone zwischen Straße und Anstalt, damit Verbesserung der Einbettung der Anlage in die Landschaft und Schaffung von Ausgleichsflächen an dieser Stelle.
  • Leistungsfähige Photovoltaikanlage zur Versorgung der Anstalt, dadurch Reduktion der Dachbegrünung auf 44 Prozent
  • Reduzierung der Haftraumgrößen von 10 auf 9 m². Dadurch Verringerung der Gesamtkubatur der drei Hafthäuser und Einhaltung der planungsrechtlichen Vorgaben der Landesrichtlinien im Vollzugsbau für Baden-Württemberg.

Die Maßnahme wird im Übrigen mit der BIM-Methodik (Building Information Modeling) geplant. Hier werden die Chancen der Digitalisierung genutzt. Dadurch lassen sich interdisziplinäre Informationen aller Planungsbeteiligten bündeln, um damit Arbeitsschritte effizienter, aber auch transparenter zu gestalten. 

Oberbürgermeister Ralf Broß dankte im Namen der Stadt Rottweil für die umfassende Präsentation, die von den Mitgliedern des Bauausschusses wie des Runden Tisches insgesamt sehr positiv aufgenommen wurde. Für die Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung sei es wichtig, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung so weit wie möglich umzusetzen und erforderliche Änderungen transparent zu machen. Broß fasste einige Anregungen aus den beiden Runden für die weitere Planung zusammen: So wird da-rum gebeten, die Dachbegrünung an der Gebäudeecke zum Testturm beizubehalten und an dieser Stelle nicht zugunsten einer Photovoltaikanlage aufzugeben. Hier sag-ten die Verantwortlichen eine Prüfung zu. Unterstrichen wurde der Wunsch, dass die Fassade von ihrer Struktur und vom Farbton her entsprechend des Wettbewerbsergebnisses gestaltet werden soll. Dies wurde ebenso zugesagt wie eine fotorealistische Darstellung der künftigen Gefängnisarchitektur. 

Wie geht es nun weiter? 
In diesem Jahr soll die Entwurfsplanung vorangetrieben werden. Nächster Schritt ist hierzu die Erstellung der Haushaltunterlage-Bau. Diese stellt die Gesamtbaukosten fest und ist Entscheidungsgrundlage über die Etatisierung der Gesamtmaßnahme für den Landtag von Baden-Württemberg. Parallel dazu wird der erforderliche Bebauungsplan entwickelt und zeitgleich der Flächennutzungsplan angepasst. Nächster Schritt hierbei ist die Planoffenlage, die dem Gemeinderat voraussichtlich noch vor den Sommerferien zur Beschlussfassung vorgelegt wird. 

Projektdaten: 
Projekt : Neubau Justizvollzugsanstalt Rottweil-Esch 
Bauherr: Land Baden-Württemberg 
vertreten durch Vermögen und Bau 
Baden-Württemberg, Amt Konstanz 
Nutzer: Ministerium der Justiz und für Europa, 
Baden-Württemberg 
Architekten: Obermeyer, München 
Nutzfläche: rund 25.0000 m² 
Geplanter Baubeginn: 2022, Zustimmung des Landtags vorausgesetzt 
Geplante Fertigstellung: 2026 
Inbetriebnahme: 2027
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