Stadtnachricht

Stadtmuseum überrascht mit einer Oase der Stille

Museumsgarten und Ausstellung zur Frömmigkeit: weitere Bereiche im Stadtmuseum zugänglich

Stadtmuseum überrascht mit einer Oase der StilleMuseumsleiterin Martina Meyr zeigt Oberbürgermeister Ralf Broß das „Museumsgärtle“: Hier sind typische Küchenkräuter, heimische Gewürze und Heilpflanzen angepflanzt (Foto: Stadt Rottweil).

Gärten muss es auch in Rottweil schon sehr früh gegeben haben. Mit dem Königshof verbunden war der „Tiergarten“, welcher beim heutigen Hofgerichtsstuhl an der Königsstraße zu suchen ist. Eine Reihe von Baumgärten wird 1438 urkundlich erwähnt und auch bei den vielen Klöstern gab es Gärten. Wohl zu schön wäre die Vorstellung, dass auch zum Rottweiler Bürgerhaus auf dessen unbebautem Rückraum ein kleiner Garten für Küchenkräuter, heimische Gewürze und Heilpflanzen gehört hätte. Dies war sicher eher die Ausnahme, weil der entsprechende Platz entweder früh überbaut wurde oder als Lagerfläche genutzt wurde.

So ist es umso erfreulicher, dass sich im hinteren Teil des Stadtmuseums im Herder´schen Haus heute ein Garten befindet, der zum Verweilen einlädt. In den letzten Wochen haben das Team der Rottweiler Museen sowie Mitarbeiter des Betriebshofs diesen neu angelegt. Eine Informationstafel zu Gärten ist im Design der neuen Beschilderung im Museum zu finden und gibt Auskunft zur Geschichte der Gärten im Stadtgebiet. Das „Gärtle“ bietet aber auch Möglichkeit zum Ausruhen oder Lesen – zumal der Museumsbesuch kostenfrei ist.

Nachdem im zweiten Obergeschoss die Sonderausstellung über den Park des Skateparks abgebaut wurde, ist hier wieder eine Abteilung zur Frömmigkeit in der Reichstadtzeit zu finden. Persönliche Erinnerungsstücke zu Taufen, Hochzeiten oder Todesfällen geben einen kleinen Einblick, wie stark das alltägliche Leben durch den Glauben geprägt war. Objekte, Urkunden und Bücher aus Rottweiler Kirchen und Klöstern geben einen kleinen Einblick in diese wichtigen Faktoren des Stadtgeschehens. Geplant ist, die beiden Räume passend zu den Jahresfesten umzugestalten, um etwa wertvolle Ausstellungsstücke zu Weihnachten oder Ostern dem Publikum zu zeigen.