Stadtnachricht

LEADER Projekt „Brücken schlagen – Zeitreise Rottweil“ abgeschlossen

Neuer Erlebnisweg zwischen Testturm und historischer Innenstadt

Zeitreise EroeffnungAngela Blaes von der LEADER Geschäftsstelle übergibt Oberbürgermeister Ralf Broß die Förderplakette.

Von links: Bürgermeister Dr. Christian Ruf, Selina Straub, Marcus Martin, Oberbürgermeister Ralf Broß, Angela Blaes, Wilhelm Rieber, Vorsitzender der LEADER Aktionsgruppe

„Unsere Gäste konnten bereits vom Testturm bequem und barrierefrei über den stillgelegten Teil der alten B 27 in die historische Innenstadt spazieren. Nun werden sie dabei auf eine Zeitreise durch Rottweils Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geschickt“, freut sich Oberbürgermeister Ralf Broß über die Fertigstellung des Projekts.

Das Projekt wurde in zwei Bauabschnitte untergliedert. Der erste Teil, die Wegeverbindung entlang des Schafwasens, wurde von der städtischen Abteilung Tiefbau bereits im Jahr 2020 realisiert. Daraufhin folgte die Planung der Gestaltung des Wegs in Form von 12 Erlebnis- und Informationsstationen durch die Abteilung Wirtschaftsförderung, Tourismus und Stadtmarketing. Unterstützt wurde sie hierbei durch die Agentur Aufwind aus Malterdingen bei Freiburg. Als Generalübernehmer steuerte die Agentur die inhaltliche Aufarbeitung, die grafische Umsetzung und schließlich den Aufbau der Stationen.

Die inhaltliche Konzeption erfolgte ko-kreativ, also unter einer möglichst breiten Beteiligung unterschiedlicher Interessensgruppen. So wurden in einem Workshop im Jahr 2020 gemeinsam mit Vertretern aus Vereinen, Anwohnern, Gemeinderat und Stadtverwaltung die Themen, welche auf den Stationen behandelt werden sollten, bestimmt, und erste Grundzüge festgelegt. Vertieft wurden diese dann in einem zweiten Workshop im Frühjahr 2022. „Ganz besonders wichtig war uns auch die Beteiligung der Rottweiler Jugend, sodass wir, neben der Integration des Kinder- und Jugendreferats, auch einen Workshop zum Thema „Rottweils Zukunft“ im Jugendhaus Hegneberg umgesetzt haben. Aus all den gesammelten Informationen konnte die Agentur Aufwind dann eine einheitliche Geschichte machen“ erklärt Bürgermeister Dr. Christian Ruf das Vorgehen.

Fundierte geschichtliche Fakten und Geschichten lieferten Marina Meyr, Leiterin der städtischen Museen, Dr. Winfried Hecht als ehemaliger Stadtarchivar und Vertreter der Rottweiler Gästeführer.

Der Zeitreise-Weg zwischen historischer Innenstadt und Testturm schlägt Brücken zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft Rottweils.

Als weitere Alternative zur geplanten Fußgänger-Hängebrücke informiert der Zeitreise-Weg an seinen 12 Stationen beispielsweise über die Themen Neckar, Genuss in Rottweil, Römerstadt oder Reichsstadt und gibt einen kurzen und prägnanten Einblick in die Projekte, die Rottweil zukünftig beschäftigen. „Die Originale, die Rottweil ausmachen, werden auf diesem Weg verdeutlicht. Gästen, die am Berner Feld ankommen und sich auf den Weg in die Innenstadt machen, wird so schon ein erster Eindruck der Highlights, die sie dort erwarten, mitgegeben“ so Selina Straub aus der Tourismusabteilung, die das Projekt begleitete.

Alle Stationen wurden zusätzlich mit haptischen oder digitalen Angeboten ergänzt. Besonders hervorzuheben ist die Station der Rottweiler Künstlerszene. Auf dem eigens für die Stationen geschaffenen Platz wurde eine Präsentationsfläche erstellt, auf der sich künftig verschiedene Rottweiler Künstlerinnen und Künstler vorstellen und eines ihrer Werke ausstellen können. Die Skulpturen sollen regelmäßig getauscht werden, sodass den Gästen immer wieder ein neues Bild geboten wird. Die Künstlerinnen und Künstler stellen ihre Kunstwerke als kostenlose Leihgabe zur Verfügung. Die Informationstafel wurde inhaltlich durch den Rottweiler Künstler Jürgen Knubben mitgestaltet, daher ist die erste ausgestellte Skulptur auch ein Werk des Künstlers.

Projekt ist Teilmaßnahme der gesamtstädtischen Planung

Vorbei am Einstieg des zukünftigen Beginns der Hängebrücke, führt der Weg entlang der alten B27 über das Viadukt auf rund 3 Kilometern in die historische Innenstadt. Mit der Reduzierung der einst 4-spurigen Bundesstraße auf zwei Spuren und der geplanten Umgestaltung der talseitigen Fahrbahn in einen Rad- und Fußweg, entsteht ein wichtiges Verbindungsstück im Rad- und Fußwegekonzept zwischen dem Berner Feld und der historischen Innenstadt. „Die Zeitreise ist damit ein Teil des Stadtentwicklungsprozesses der nächsten Jahre. Neben der Verbindung über das Viadukt, soll auch der alte Handelsweg, der hinunter in die Au zur Dreher´schen Mühle führt, als zusätzliche Wegeverbindung ertüchtigt werden“ erläutert Marcus Martin, Teamleitung Straßen und Brücken in der Abteilung Tiefbau, den Bezug zur gesamtstädtischen Weiterentwicklung.

Von LEADER gefördert

„Mit dem LEADER-Förderprogramm will die EU die Entwicklung des ländlichen Raums vorantreiben. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auch auf die Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements und die Stärkung des kulturellen und touristischen Angebots gelegt“ wies Wilhelm Rieber, Vorsitzender der LEADER-Aktionsgruppe OBERER NECKAR, auf die selbstgesteckte Zielsetzung des Förderprogramms hin. „Ohne LEADER wäre dieses interessante und touristisch wichtige Projekt in Rottweil wohl nicht verwirklicht worden“ so Rieber weiter. Er appellierte an die Landesregierung, die Region Oberer Neckar auch weiterhin als LEADER-Region auszuweisen, um auch in den Jahren 2023 - 2027 Projekte aus privater oder öffentlicher Hand fördern zu können.

Das Projekt „Zeitreise Rottweil“ ist eine der größten Maßnahmen, die bisher in Rottweil durch das Förderprogramm der Europäischen Union gefördert wurde. „Die eingereichten förderfähigen Ausgaben des Projekts lagen, für beide Bauabschnitte, bei rund 430.000 €. Diese werden mit 60 %, also mit einer Summe von 258.000 €, durch LEADER gefördert, dafür möchte ich mich im Namen der Stadt Rottweil herzlich bedanken“ schloss sich Oberbürgermeister Ralf Broß den Worten Herrn Riebers an.