European Energy Award

Die Stadt Rottweil nimmt mit Beschluss des Gemeinderats vom 16.05.2012 am European Energy Award® teil. In konsequenter Fortführung ihrer bisherigen Aktivitäten im Bereich des Klima- und Umweltschutzes verspricht sich die Stadt mit diesem Instrument neue und vertiefende Impulse für ihr energiepolitisches Handeln.

Der European Energy Award® (eea) ist ein Qualitätsmanagement-System und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Klimaschutzaktivitäten von Kommunen und Kreisen erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft werden, um Potenziale des nachhaltigen Klimaschutzes identifizieren und
nutzen zu können.

Das Qualitätsmanagement führt eine prozessorientierte Energiepolitik und eine fachübergreifende Energiearbeit in der Verwaltung ein. Es ermöglicht eine systematische Analyse der Ist-Situation im Energiemanagement der gemeindeeigenen Liegenschaften und in den Klimaschutzaktivitäten
(z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsangebote), so dass im Anschluss die effektivsten Projekte mit entsprechenden konkreten Maßnahmen identifiziert werden können. Durch ein regelmäßiges Controlling können Erfolge sowie Handlungsbedarfe erkannt und nötigenfalls entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Somit wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess
in Gang gesetzt.

Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens werden die Erfolge der Kommunen und Kreise objektiv betrachtet und nach einheitlichen europäischen Standards bewertet (Punktesystem). Bei Erreichen einer Punktzahl von mindestens 50 % der erreichbaren Gesamtpunkte werden die Erfolge mit dem European Energy Award® ausgezeichnet und somit auch öffentlichkeitswirksam dargestellt.

Zur erfolgreichen Umsetzung des Zertifizierungsverfahrens wurde ein Energieteam gebildet. Dieses soll als Motor für eine optimale und erfolgreiche Energiearbeit wirken, Einsparpotenziale aufdecken sowie Aktivitäten zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung regenerativer Energieträger entfalten. Unterstützung erhält das Energieteam vom Leiter der Energieagentur Landkreis Rottweil, Rolf Halter, der das Verfahren als akkreditierter eea-Berater begleitet. Des Weiteren wird das Energieteam von dem ausgewiesenen Energieexperten der ENRW Herrn Martin Raible, als Assistent der Teamleitung unterstützt.

Anhand eines vorgegebenen, einheitlichen Maßnahmenkatalogs wird eine detaillierte Bestandsaufnahme (Ist-Analyse) durchgeführt, die jährlich fortgeschrieben wird. Parallel dazu wird ein energiepolitisches Arbeitsprogramm mit den für die nächsten Jahre geplanten Aktivitäten entwickelt und vom Gemeinderat  verabschiedet. Dieses Arbeitsprogramm wird ebenfalls jährlich überprüft und angepasst.


Das Energie-Team bei der Arbeit: Hier laufen alle im EEA-Prozess Fäden zusammen, werden Einsparpotenziale identifiziert und Strategien zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung regenerativer Energieträger entwickelt

Was wird im Einzelnen betrachtet?

Im Zuge des eea- Prozesses werden sechs kommunale Handlungsfelder betrachtet und entsprechend der kommunalen Aktivitäten in den einzelnen Bereichen  bewertet:
Beim Handlungsfeld 1 Kommunale Entwicklungsplanung und Raumordnung geht es um die Erstellung eines Leitbilds, innovative Stadtentwicklung sowie Bauplanung, Baubewilligung und Baukontrolle.
Das Handlungsfeld 2 Kommunale Gebäude und Anlagen beschäftigt sich mit dem Kommunalen Energiemanagement und Sanierungskonzepten. Ebenso wird auf die Vorbildwirkung der Kommune bei Fragen hinsichtlich erneuerbarer Energie und effizienter Wassernutzung eingegangen.
Es werden auch Fragen zur Straßenbeleuchtung gestellt.

Im Handlungsfeld 3 Ver- und Entsorgung werden unter anderem Fragen zu Lieferverträgen, Abfallkonzepten, Energieeffizienz der Wasser und Abwasseranlagen und auch in Bezug auf Nah- bzw. Fernwärme gestellt.

Das Handlungsfeld 4 Mobilität behandelt Aktivitäten zu den Themenbereichen Bewusste Mobilität in der Verwaltung, Parkplatzmanagement, Verkehrsberuhigung, Radwegenetz und ÖPNV.

Im Handlungsfeld 5 Interne Organisation der Verwaltung werden auch Fragen zur Finanzierung der energiepolitischen Arbeit gestellt.

Im Handlungsfeld 6 Externe Kommunikation und Kooperation wird betrachtet, wie die Kommune diese Themen mit Bürgern, Vereinen, Schulen und der Wirtschaft kommuniziert. Ebenso geht es um die Unterstützung privater Aktivitäten auf diesem Gebiet durch die Gemeinde.

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